Linux Befehlsübersicht und
der Umgang mit der Shell (Kurzanleitung)


am Beispiel von Ubuntu Linux

        Ubuntu[»]


Stand: November 2007

Linux Befehlsübersicht und der Umgang mit der Shell (Kurzanleitung) als HTML / PDF / ODT Datei.

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Inhalt


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Linux Verzeichnisstruktur

+---------+    +---------+
|    /    +----+  bin    |
+---------+    +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  boot   |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  dev    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  etc    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+    +---------+
               |  home   +----+ michael |
               +----+----+    +----+----+
                    |              |
                    |              |
               +----+----+    +----+----+
               | initrd  |    |   ...   |
               +----+----+    +---------+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  lib    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+-----+
               |lost+found|
               +----+-----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  media  |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  mnt    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  opt    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  proc   |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  root   |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  sbin   |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  srv    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  sys    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+
               |  tmp    |
               +----+----+
                    |
                    |
               +----+----+                   +---------+
               |  usr    +-------------------+  X11R6  |
               +----+----+                   +---------+
                    |                             |
                    |                             |
               +----+----+    +---------+    +----+----+
               |  var    +----+  cache  |    |  bin    |
               +---------+    +----+----+    +----+----+
                                   |              |
                                   |              |
                              +----+----+    +----+----+
                              |  log    |    | include |
                              +----+----+    +----+----+
                                   |              |
                                   |              |
                              +----+----+    +----+----+
                              |  mail   |    |  lib    |
                              +----+----+    +----+----+
                                   |              |
                                   |              |
                              +----+----+    +----+----+
                              |  spool  |    |  local  |
                              +----+----+    +----+----+
                                   |              |
                                   |              |
                              +----+----+    +----+----+
                              |  tmp    |    |  sbin   |
                              +----+----+    +----+----+
                                   |              |
                                   |              |
                              +----+----+    +----+----+    +---------+
                              |   ...   |    |  share  +----+   doc   |
                              +---------+    +----+----+    +----+----+
                                                  |              |
                                                  |              |
                                             +----+----+    +----+----+
                                             |   ...   |    |   ...   |
                                             +---------+    +---------+
/

(root directory) das Wurzelverzeichnis steht in der Verzeichnisstruktur an oberster Stelle und beherbergt alle folgenden Verzeichnisse:

/bin

(binary files) enthält die wichtigsten Shellkommandos für ein minimal lauffähiges System

/boot

(boot files) enthält Dateien des Bootmanagers und des Kernels

/dev

(device files) enthält alle Gerätetreiber, um die Hardware anzusprechen

/etc

(essential configuration files) enthält Konfigurationsdateien

/home

(user home directories) enthält die Heimatverzeichnisse aller Benutzer

/initrd

(initial ramdisk) hier werden die während des Startvorgangs benötigten Gerätemodule und die Imagedatei initrd.img eingebunden

/lib

(library files) enthält Bibliotheksdateien, welche von den Shellkommandos unter /bin und /sbin benötigt werden, sowie alle Kernelmodule

/lost+found

(lost and found directory) hier werden Dateien abgelegt, die nach Dateisystemfehlern vom Programm fsck gefunden wurden - dieser Ordner ist auf jeder ext2 und ext3 Partition vorhanden -

/media

(removeable media directory) hier werden Wechseldatenträger (z.B. CD-Rom) eingebunden

/mnt

(mounting filesystem directory) hier werden Dateisysteme (z.B. Windows Partitionen) eingebunden

/opt

(optional files) enthält optionale Software, die nicht zum üblichen Installationsumfang gehört

/proc

(process information files) hier werden laufende Prozesse abgelegt - virtuelles Dateisystem (nicht auf der Festplatte gespeichert) -

/root

(root home directory) enthält das Heimatverzeichnis des Benutzers root

/sbin

(system binary files) enthält die wichtigsten Systemkommandos, für ein minimal lauffähige System - diese dürfen nur mit root-Rechten ausgeführt werden -

/srv

(system service files) enthält Daten von laufenden Serverdiensten (z.B. Webserver)

/sys

(system files) hier werden für den Kernel wichtige Dateien abgelegt - seit Kernel 2.6 -

/tmp

(temporary data files) hier können temporäre Dateien abgelegt werden - von Programmen und Benutzern -

/usr

(unix system resource files) enthält alle weiteren installierten Softwarepakete - von den Benutzern benötigte und zum üblichen Installationsumfang gehörende Software -

/var

(variable data files) enthält variable (sich ständig ändernde) Daten (z.B. Log-Dateien, E-mail-Verzeichnisse, Druckerspooler)


Die Verzeichnisse /usr und /var enthalten weitere Verzeichnisse. Die Wichtigsten sind:

/usr/X11R6

(X Window System, version 11 release 6) enthält alle Daten des X Window Systems

/usr/bin

(binary files) enthält weitere Shellkommandos

/usr/include

enthält Bibliotheksdateien für C-Programme

/usr/lib

(library files) enthält Bibliotheksdateien, welche von den Shellkommandos unter /usr/bin und /usr/sbin benötigt werden

/usr/local

(local files) hier werden selbst kompilierte Programme installiert

/usr/sbin

(system binary files) enthält weitere Systemkommandos

/usr/share

(shared files) enthält Daten, die unabhängig von der Rechnerarchitektur sind (z.B. befinden sich im Ordner /usr/share/doc Dokumentationen zu installierten Programmen)


/var/cache

enthält zwischengespeicherte Informationen von Programmen

/var/log

enhält Log-Dateien

/var/mail

enthält die Mailbox-Dateien aller Benutzer

/var/spool

enthält abzuarbeitende Druckdaten

/var/tmp

enthält temporäre Dateien, welche zwischen zwei Systemstarts benötigt werden


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Tastaturkürzel der BASH (Bourne Again Shell)

Strg + Alt + F1 bis F6

schaltet von der Grafikkonsole (X Window) zur Textkonsole 1 bis 6

Alt + F1 bis F6

schaltet die Textkonsolen von 1 bis 6 durch

Alt + F7

schaltet von der Textkonsole zur Grafikkonsole (X Window)

Alt + Cursor links

schaltet 1 Konsolenbildschirm zurück

Alt + Cursor rechts

schaltet 1 Konsolenbildschirm vor


Shift + Bild auf

Ansicht scrollt seitenweise nach oben

Shift + Bild ab

Ansicht scrollt seitenweise nach unten

Shift + Cursor auf

Ansicht scrollt zeilenweise nach oben

Shift + Cursor ab

Ansicht scrollt zeilenweise nach unten


Pos1-Taste

Cursor springt zum Zeilenanfang

Ende-Taste

Cursor springt zum Zeilenende


Cursor auf

Historie 1 Zeile zurück

Cursor ab

Historie 1 Zeile vor


Strg + r

(reverse incremental search) startet die Suchfunktion in der Historie
- eingegebene Buchstaben vervollständigen den Befehl aus der Historie
- erneutes Strg + r springt zur nächsten Zeile aus der Historie
- mit Esc kommt man wieder in den normalen Modus zurück


Buchstabe und danach Tabulator-Taste

vervollständigt Befehl, bzw. Datei- / Verzeichnisnamen;
oder zeigt bei nochmaligem Betätigen der Tabulator-Taste die mögliche Auswahl an

Return-Taste

führt Zeile aus


Strg + l

(clear) löscht alle Eingaben im Shellfenster

Strg + d

(end) beendet die aktive Shell (identisch mit den Befehlen exit / logout)


Strg + c

(cancel) Prozess abbrechen

Strg + z

(sleep 'zzz...') Prozess anhalten
(siehe unter Prozessverwaltung)


Alt + b

(backward) Cursor springt 1 Wort zurück

Alt + f

(forward) Cursor springt 1 Wort vorwärts

Alt + t

(touch) vertauscht 2 Wörter, dieses und links vom Cursor

Strg + w

(backward) löscht bis Wortanfang links vom Cursor

Alt + d

(delete) löscht bis Wortende rechts vom Cursor

Strg + u

(undo) löscht Anfang der Zeile links vom Cursor

Strg + k

(kill) löscht Rest der Zeile rechts vom Cursor


Strg + y

(memory) das / die letzte gelöschte Wort / Zeile wieder einfügen

Alt + y

(memory) die letzten gelöschten Wörter / Zeilen durchschalten (funktioniert erst nach Strg + y)


Strg + x dann Strg + v

(version) gibt die Shellversion aus


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besondere Shellkommandos

clear

löscht alle Eingaben im Shell Fenster

reset

startet die aktive Shell neu

exit

beendet die aktive Shell

logout

beendet die aktive Shell


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Arbeiten als anderer Benutzer

sudo <Shellkommando>

(superuser do) führt ein Shellkommando mit erhöhten Rechten aus
- fragt nach dem Passwort des momentan aktiven Benutzers

Beispiele:
sudo mc startet den Midnight Commander mit root-Rechten
sudo -s -H      startet eine neue root-Shell und setzt die Variable für das home-Verzeichnis auf den angegebenen Benutzer
(wenn kein Benutzer angegeben wird ist root der Standard Benutzer)
su <Benutzer>

(superuser / substitute user) startet eine neue Shell als anderer Benutzer (ohne user-Angaben wird eine root-Shell gestartet)
- fragt nach dem Passwort des angegebenen Benutzers

whoami

zeigt den momentan aktiven Benutzernamen an

who

zeigt an, wer im System eingeloggt ist

w

wie who, zeig aber zusätzlich die laufenden Prozesse des Benutzers an

last

zeigt an, welche Benutzer zuletzt am System angemeldet waren


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Hilfe zu Shellkommandos und Programmen

which <Shellkommando>

zeigt die vollständige Pfadangabe zu Shellkommandos / Programmen an

whereis <Shellkommando>

zeigt die vollständige Pfadangabe zu Shellkommandos / Programmen und den dazugehörigen Manualdateien an

whatis <Shellkommando>

zeigt eine Kurzinfo zu Shellkommandos / Programmen an

man [-Optionen] <Shellkommando>

(manual) zeigt die Manualseiten von Shellkommandos / Programmen an

Optionen:
-k      (keyword) Schlüsselwort
-L (language) Spracheinstellung

Bedienung:
Pfeil rauf /
Pfeil runter     
scrollen
Bild rauf /
Bild runter
blättern
/abc sucht 'abc' vorwärts
?abc sucht 'abc' rückwärts
n (next) nächster Treffer
b (before) vorheriger Treffer
q (quit) beenden

(beim Aufrufen von 'man' wird der Textbetrachter 'less' verwendet)

Beispiele:
man man zeigt die Manualseiten von man in der voreingestellten Sprache an
man -L en man      zeigt die Manualseiten von man in englischer Sprache an
man -k browser zeigt eine Übersicht aller Manualseiten an, die das Schlüsselwort browser enthalten
info <Shellkommando>

(information) zeigt die Informationsseiten von Shellkommandos / Programmen an

Bedienung:
Bild rauf /
Bild runter
blättern
Pfeiltasten Cursor bewegen
Eingabetaste      Auswahl eines Verweises
u (up) hoch zum angegebenen Verweis
n (next) nächster Verweis
p (preview) vorheriger Verweis
q (quit) beenden

Beispiel:
info info      zeigt die Informationsseiten von info an


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Synonyme für Dateinamen (Wildcards)

?

ersetzt ein beliebiges Zeichen

*

ersetzt eine beliebig lange Zeichenkette

[abc]

ersetzt alle Zeichen in der eckigen Klammer; die Zeichen werden einzeln, durch Komma getrennt angegeben. Zwei Zeichen getrennt durch einen Bindestrich beschreiben den Bereich der zugehörigen Zeichen (von bis)

[!abc]

ersetzt alle Zeichen, außer den in Klammern angegebenen


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Umlenkung der Ausgabe

< <Datei>

Standardeingabe ist <Datei>

> <Datei>

Standardausgabe ist <Datei>, ist die Datei bereits vorhanden, wird ihr Inhalt gelöscht

>> <Datei>

Standardausgabe ist <Datei>, ist die Datei bereits vorhanden, wird die Ausgabe an den Inhalt angehängt


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Arbeiten mit Dateien

ls [-Optionen] <Verzeichnisname>

(list) listet den Inhalt von Verzeichnissen auf

Optionen:
-a      (all) Ausgabe aller Einträge
-f (force) unsortierte Ausgabe
-h (human-readable) Ausgabe von Größen in menschenlesbarem Format
-l (long) Ausgabe in langem Format
-r (reverse) umgekehrte Ausgabe
-s (size) Ausgabe der Größe in Blöcken
-t (time) Ausgabe in zeitlicher Reihenfolge der letzten Änderung
-u (used) Ausgabe in zeitlicher Reihenfolge des letzten Zugriffs
cd <Verzeichnisname>

(change Directory) wechselt in das angegebene Verzeichnis

Beispiele:
cd / wechselt in das Wurzelverzeichnis
cd .. wechselt in das übergeordnete Verzeichnis
cd - wechselt in das vorherige Verzeichnis
cd ~ wechselt in das Heimatverzeichnis
cd /home/michael   wechselt in das Verzeichnis /home/michael
pwd

(print working directory) gibt das aktuelle Verzeichnis aus

mkdir <Verzeichnisname>

(make directory) legt ein neues Verzeichnis an

rmdir <Verzeichnisname>

(remove directory) löscht das angegebene Verzeichnis

cp [-Optionen] <Quelle> <Ziel>

(copy) kopiert Dateien und Verzeichnisse

Optionen:
-r      (recursive) Rekursives kopieren;
beim kopieren von Verzeichnissen werden die Dateien mitkopiert
mv <Quelle> <Ziel>

(move) verschiebt bzw. benennt Dateien und Verzeichnisse um

rm <Datei>

(remove) löscht die angegebene Datei

ln <Quelle> <Ziel>

(link) erstellt einen Verweis (Verknüpfung)


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Arbeiten mit Textdateien

find <Verzeichnisname> [-Optionen] <Datei>

sucht in Verzeichnissen nach Dateien

Optionen:
-name <Datei>      Dateiname
-perm <Oktal> Dateirechte
-type <Option> Dateityp (f = normale Datei)
-user <Name> zugehöriger Benutzer
-group <Name> zugehörige Gruppe
-exec Befehl ausführen

Beispiele:
find /etc -name '*xorg*' -type f
find /home/* -perm 777
find ~/ -name '*.txt' -type f -exec grep -H 'Textmuster' {} \;

grep [-Optionen] [Suchmuster] <Dateiname>

sucht nach Textmustern in Dateien

Optionen:
-H      (with filename) gibt den Dateinamen aus
-I (binary files=without match) umgeht Binär-Dateien
-n (line number) gibt die Zeilennummer aus
-r (recursive) durchsucht alle Dateien in dem angegebenen Verzeichnis
-v (invert match) Zeilen ohne das angegebene Suchmuster suchen

Beispiel:
grep -rI 'text' ./* l grep -v '\>'      sucht nach Dateien mit dem Inhalt text und schliesst alle Dateien mit dem Inhalt \> aus
more <Dateiname>

einfacher Betrachter für Textdateien

Bedienung:
Leertaste      vorblättern
q (quit) beenden
less <Dateiname>

Betrachter für Textdateien

Bedienung:
Pfeil rauf /
Pfeil runter     
scrollen
Bild rauf /
Bild runter
blättern
/abc sucht 'abc' vorwärts
?abc sucht 'abc' rückwärts
n (next) nächster Treffer
b (before) vorheriger Treffer
q (quit) beenden
cat <Dateiname>

(concatenate) gibt den Inhalt von Textdateien aus

tac <Dateiname>

(reverse concatenate) gibt den Inhalt von Textdateien aus,
beginnt aber mit der letzten Zeile

head <Dateiname>

gibt den Anfang einer Datei aus

tail <Dateiname>

gibt den letzten Teil einer Datei aus

sort <Dateiname>

sortiert Zeilen in alphabetischer oder numerischer Reihenfolge

touch <Dateiname>

setzt Änderungs- und Zugriffszeiten und erstellt leere Dateien


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Arbeiten mit komprimierten (gepackten) Dateien

gzip <Datei>

packt Dateien

Beispiel:
gzip -c beispiel.txt > ~/beispiel.txt.gz

gunzip <Datei>

entpackt Dateien

bzip2 <Datei>

packt Dateien

Beispiel:
bzip2 -c beispiel.txt > ~/beispiel.txt.bz2

bunzip2 <Datei>

entpackt Dateien


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Arbeiten mit Tar-Archiven (tarballs)

tar [-Optionen] <Archiv>

packt / entpackt Verzeichnisse

Optionen:
-c      (create) erstellen / packen eines Archives
-x (extract) extrahieren / entpacken eines Archives
-t (table of content - toc) zeigt das Inhaltsverzeichnis eines Archives an
-v (verbose) zeigt alle Dateien während eines Pack- / Entpackvorganges an
-z (gzip) bearbeitet .gz-Dateien
-j (bzip2) bearbeitet .bz2-Dateien
-p (preserve-permissions) sichert die Angaben zu Dateirechten und Eigentümern
-f (file) Dateiname Option f muss immer als letztes stehen, gefolgt von dem Dateinamen

Beispiele zum Entpacken von tar-Archiven
name.tar tar -xf name.tar
name.tar.gz tar -xzf name.tar.gz
name.tar.bz2    tar -xjf name.tar.bz2


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Arbeiten mit .deb-Paketen

Die Datei /etc/apt/sources.list beinhaltet die Angaben über die benutzten Paketquellen (APT-Datenbank). Auf diese greifen dann die Programme apt-get und apt-cache zu
(APT = Advanced Packaging Tool).

Format:
Typ URL Distribution [Komponenten (Repositories)]

Beispiele:
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu dapper main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu dapper-updates main restricted universe multiverse

apt-cache [Optionen] <(Paket-)Name>

fragt die APT-Datenbank ab und zeigt Paketinformationen an

Optionen:
search      sucht den angegebenen Namen
(sucht nach Paketnamen und Paketbeschreibungen)
show zeigt Informationen zum angegeben Paketnamen

Beispiele:
apt-cache search Midnight Commander      zeigt alle Pakete an, in deren Paketnamen und Paketbeschreibungen 'Midnight Commander' vorkommt
apt-cache show mc zeigt Informationen zum Paket 'mc' an

apt-get [Optionen] <Paketname>

installiert / deinstalliert .deb-Pakete

Optionen:
install installiert ein neues Paket
update lädt neue / aktualisierte Paketbeschreibungen herunter
upgrade aktualisiert installierte Pakete
upgrade -s      zeigt an, was installiert wird
remove entfernt installiertes Paket
check sucht nach defekten Paketen
clean löscht die auf der Festplatte zwischengespeicherten Pakete im Verzeichnis
/var/cache/apt/archives

Beispiele:
apt-get update aktualisiert die Paketinformationen aus den angegebenen Paketquellen
apt-get install mc      installiert das Paket 'mc'
apt-get clean löscht alle zwischengespeicherten Pakete im Verzeichnis /var/cache/apt/archives
dpkg [-Optionen] <Archiv>

(package manager for Debian) verwaltet .deb-Pakete

Optionen:
-i      (install) installiert neues Paket
-r (remove) entfernt installiertes Paket
-l (list) listet alle installierten Pakete auf

Beispiel:
dpkg -l > deb.txt      gibt Auskunft über alle installierten Pakete und schreibt sie in die Datei 'deb.txt'


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Arbeiten mit .rpm-Paketen

rpm [-Optionen] <Archiv>

(Red Hat package manager) installiert / deinstalliert .rpm-Pakete

Optionen:
-i      (install) installiert neues Paket
-v (verbose) zeigt ausführlichere Meldungen an
-h (hashexit) zeigt Installationsgrad/-verlauf an
-q (Query Mode) Rückfragemodus der rpm-Datenbank
-a (all) alle installierten Pakete
-e (erase) entfernt installiertes Paket

Beispiele:
rpm -ivh <Paketname> installiert ein Paket
rpm -e <installiertes Paket>      entfernt ein Paket
rpm -qa | sort > rpm.txt gibt Auskunft über alle installierten Pakete, sortiert diese in alphabetischer Reihenfolge und schreibt sie in die Datei 'rpm.txt'

alien [-Optionen] <Archiv>

(Alien package manager) konvertiert oder installiert systemfremde Pakete

Optionen:
-d      (to deb) konvertiert ein Paket ins deb-Format
-r (to rpm) konvertiert ein Paket ins rpm-Format
-i (install) konvertiert und installiert ein Paket

Beispiele:
alien -d <Paketname.rpm>
alien -r <Paketname.deb>
alien -i <Paketname.rpm>


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Speicherverwaltung

df [-Optionen]

(disk free) zeigt den Speicherplatzverbrauch von Festplatten an

Optionen:
-h      (human-readable) Ausgabe von Größen in menschenlesbarem Format

Beispiele:
df -h
df -h /dev/hdb5
du [-Optionen] <Datei>

(disk usage) zeigt den Speicherplatzverbrauch einzelner Ordner an

Optionen:
-h      (human-readable) Ausgabe von Größen in menschenlesbarem Format
-s (summarize) gibt die Gesamtgröße an

Beispiel:
du -h -s /home/michael/*
free

zeigt den Speicherplatzverbrauch des Arbeitsspeichers an


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Prozessverwaltung

top

(table of process) zeigt laufende Prozesse an

Bedienung:
h      Hilfe anzeigen
q beenden
ps [Optionen]

(process status) zeigt Prozess Status an

Optionen:
a      alle Prozesse mit Nummer
u mit dazugehörigem Benutzer
x von allen Terminals

Beispiel:
ps aux      zeigt alle Prozesse aller Benutzer und aller Terminals an
kill [-Optionen] <Prozessnummer>

beendet Prozess nach Nummer

Optionen:
-15 beendet Prozess ordnungsnach
-9 beendet Prozess sofort
-HUP oder -1      beendet Prozess und startet ihn neu

Beispiel:
kill -9 8412      beendet Prozess 8412
(die Prozessnummer wurde vorher durch ps aux ermittelt)
killall <Programmname>

beendet Prozess nach Name

<Programmname>

startet ein Programm im Vordergrund

<Programmname> &

wird ein 'Und-Zeichen' angehängt, startet das Programm im Hintergrund

fg

(foreground) holt einen im Hintergrund laufenden Prozess in den Vordergrund

bg

(background) startet einen zuvor angehaltenen Prozess (Strg + z) im Hintergrund

Befinden sich mehrere Prozesse im Hintergrund oder im angehaltenen Zustand,
kann der entsprechende Prozess über die mit 'jobs' ermittelte Jobnummer angesprochen werden

Beispiele:
fg 2
bg 2
jobs [-Optionen]

zeigt alle Prozesse der aktiven Shell an

Optionen:
-i      zeigt zusätzlich die PID an
-n zeigt nur die Prozesse an, deren Status sich seit dem letzten Aufruf von 'jobs' geändert hat
-r zeigt nur aktive Prozesse an
-s zeigt nur angehaltene Prozesse an
lsof

(list open files) listet alle geöffneten Dateien auf

Beispiel:
lsof | grep /media      alle offenen Dateien anzeigen, die auf den Ordner /media zugreifen
fuser [-Optionen] <Datei>

(identify user) identifiziert Prozesse, die auf eine Datei zugreifen

Optionen:
-k      (kill) beendet Prozesse
-m (name) Dateiname auf einem gemounteten Dateisystem oder gemounteten Gerät

Beispiele:
fuser /home/michael zeigt Prozesse an, die auf diesen Ordner zugreifen
fuser -km /home/michael      beendet alle Prozesse, die auf diesen Ordner zugreifen

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System- / Runlevelsteuerung

date [-Optionen] [DatumZeit]

zeigt oder setzt die Systemzeit

Optionen:
-r <Dateiname> (reference) gibt die Zeit der letzten Änderung einer Datei aus
-s [MMDDhhmm[[CC]YY][.ss]]      (set) setzt die Zeit auf den angebenen Wert

Beispiele:
date gibt die aktuelle Systemzeit aus
date -s [10011112]      setzt die aktuelle Systemzeit auf den 01.10. 11:12 Uhr
date -r beispiel.txt zeigt die letzte Änderung der Datei 'beispiel.txt' an
init <Runlevel>

(initialisation) wechselt den Modus des Systems,
die einzelnen Runlevel sind in der Datei /etc/inittab definiert

/etc/inittab (Ubuntu Linux):

0      System halt
1 single-user mode
2 - 5    multi-user mode
6 System reboot

Beispiele:
init 0      fährt das System herunter
init 6 startet das System neu
shutdown [-Optionen] [Zeit] [Warnmeldung für die Benutzer]

fährt das System herunter

Optionen:
-r      startet das System neu
-h hält das System an

Beispiel:
shutdown -r now      fährt das System sofort herunter und führt einen Neustart durch


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Dateirechte / Dateiattribute

chmod [Modus] <Datei>

(change modus) ändert die Zugriffsrechte von Dateien, d.h. chmod gibt an, welche Dateirechte eingeschaltet werden.

chmod a + r = all + read
chmod u + r = user + read
chmod g - w = group - write
chmod o - x = other - executable
chmod 777 = all + read + write + executable

user
group
other
= all
r w x
r w x
r w x
+ read + write + executable
4 2 1
4 2 1
4 2 1
r = 4   w = 2   x = 1
4+2+1
4+2+1
4+2+1
= 777
4+2+1
4+1
4+1
= 755
4+2
4
4
= 644

Beispiele:
chmod 755 ~/shellprog/ ändert die Dateirechte des Ordners 'shellprog':
user    + r + w + e
group  + r + e
other   + r + e
chmod 755 ~/shellprog/hello.sh      ändert die Dateirechte der Datei 'hello.sh':
user    + r + w + e
group  + r + e
other   + r + e
chown [Eigentümer] Datei
oder
chown [Eigentümer.Gruppe] <Datei>

(change owner) ändert den Eigentümer und die Gruppenzugehörigkeit von Dateien

chgrp [Gruppe] <Datei>

(change group) ändert die Gruppenzugehörigkeit von Dateien


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Einbinden von Dateisystemen

mount [-Optionen] <Dateisystem> <Quell-Gerätedatei> <Mountpoint>

bindet einen Datenträger / ein Dateisystem ein (Mountpoint einhängen)

Optionen:
-a      liest die Datei /etc/fstab aus und bindet alle dort angegebenen Mountpoints ein
-t spezifiziert das Dateisystem (wird benötigt, wenn der Mountpoint nicht in der Datei /etc/fstab eingetragen ist)

Beispiele:
mount -a
mount /media/floppy
mount -t ntfs /dev/hda1 /mnt/windows/c
mount /mnt/windows/c

umount <Mountpoint>

löst die Einbindung wieder (Mountpoint aushängen)

Beispiele:
umount /media/floppy
umount /mnt/windows/c


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Mountoptionen der Datei /etc/fstab

Die Datei /etc/fstab (filesystem table) legt grundsätzliche Mountpoints fest,
welche beim Start des Systems eingebunden werden.

<file system - Ort des Dateisystems>
/dev/hda      1. IDE Bus     Master Laufwerk       
/dev/hdb 1. IDE Bus Slave Laufwerk  
/dev/hdc 2. IDE Bus Master Laufwerk  
/dev/hdd 2. IDE Bus Slave Laufwerk  
/dev/hda1 1. IDE Bus Master Laufwerk 1. primäre Partition
/dev/hda5 1. IDE Bus Master Laufwerk 1. logisches Laufwerk in
erweiterter Partition
/dev/sda 1. SCSI Laufwerk    
/dev/sdb 2. SCSI Laufwerk    
/dev/sda1 1. SCSI Laufwerk 1. Partition  
/dev/sda2 1. SCSI Laufwerk 2. Partition  

<type - Typ des Dateisystems>
auto           automatische Erkennung
ext2 Second Extended Filesystem
ext3 ext3 Journaling Filesystem
iso9660 iso9660 Filesystem
msdos FAT 16 Filesystem
nfs Network Filesystem
ntfs NewTechnology Filesystem
reiserfs Reiser Filesystem
smbfs Server Message Block Filesystem
udf Universal Disc Format Filesystem
vfat FAT 32 Filesystem

<options - Mountoptionen>
defaults         Standardeinstellung:
rw, suid, dev, exec, auto, nouser, async
rw (read write) Dateisystem unterstützt Lese- und Schreibzugriff
ro (read only) nur Lesezugriff
suid setuid und setgid Bits auf dem Dateisystem werden interpretiert
nosuid setuid und setgid Bits auf dem Dateisystem werden ignoriert
exec erlaubt das Ausführen von Binärdateien auf dem Dateisystem
noexec verbietet das Ausführen von Binärdateien auf dem Dateisystem
auto mit dem Befehl mount -a können alle mit auto exitierten Einträge gemounted werden
noauto schließt Dateisysteme vom automatischen mounten mit mount -a aus
user das Mounten und Unmounten des Dateisystems wird auch Benutzern gestattet
nouser das Mounten und Unmounten ist nur root, nicht aber den Benutzern gestattet
async Ein-/Ausgabe an das Dateisystem erfolgt asyncron
sync Ein-/Ausgabe auf das Dateisystem erfolgt syncron
nls gibt den Zeichensatz für ntfs an
iocharset gibt den Zeichensatz für vfat an
uid (user ID) setzt explizit die Benutzerrechte für das zu mountende Dateisystem
gid (group ID) setzt explizit die Gruppenrechte für das zu mountende Dateisystem
umask setzt die Dateirechte, wenn keine vorhanden sind, z.B. beim mounten eines nicht Linux-Dateisystems.
Anders als bei dem Befehl chmod gibt umask an, welche Dateirechte ausgeschaltet werden.
user
group
other
= all
r w x
r w x
r w x
+ read + write + executable
4 2 1
4 2 1
4 2 1
r = 4   w = 2   x = 1
0
0
0
= 000 (= chmod 777)
2
2
2
= 222 (= chmod 555)
0
4+2+1
4+2+1
= 077 (= chmod 700)
0
2
2
= 022 (= chmod 755)
1
2+1
2+1
= 133 (= chmod 644)

<dump>
  (gibt einen System crash dump aus - wird von Linux nicht unterstützt,
  d.h. es kann immer eine 0 eingetragen werden)
0                   keine Informationen ausgeben
1 Informationen ausgeben

<pass - Dateisystem überprüfen>
  (wird vom Programm fsck ausgelesen,
  welches das Dateisystem beim Booten überprüft)
0                   keine Überprüfung
- empfohlen für swap-Partition
1 Überprüfung (Priorität 1 vor 2)
- empfohlen für root-Partition
2 Überprüfung (Priorität 2 nach 1)
- empfohlen für alle anderen Linux-Partitionen, z.B. home-Partition

Beispiele:
<file system><mount point><type><options><dump><pass>
/dev/hdb1/ext3defaults,errors=remount-ro01
/dev/hdb5/homeext3defaults02
/dev/hda1/mnt/windows/c  ntfsdefaults,nls=utf8,umask=007,gid=46  00
/dev/hda5/mnt/windows/dntfsdefaults,nls=utf8,umask=007,gid=4600
/dev/hdb6noneswapsw00
/dev/hdc/media/cdrom0udf,iso9660  user,noauto00

Zusätzlich zur Datei /etc/fstab/ gibt es noch die Datei /etc/mtab (mounting table).
In dieser stehen alle zur Zeit gemounteten Laufwerke.

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