https://www.raspberry-pi-geek.de/ausgaben/rpg/2020/08/den-raspberry-pi-als-router-im-freifunk-netzwerk-betreiben/ ( bezieht sich auf: gluon-software, Freifunk Darmstadt ) *** Den Raspberry Pi als Router im Freifunk-Netzwerk betreiben Im ersten Schritt wählen Sie den Router, für den Sie das Image herunterladen möchten (Abbildung 1). Nachdem Sie das Image heruntergeladen haben, schreiben Sie es auf eine SD-Karte und booten es im Raspberry. Das Freifunk-System lädt beim ersten Start in einen speziellen Installationsmodus. Das System stellt dabei an seinem LAN-Port eine Webseite bereit, mit der sich der Freifunk-Router einrichten lässt. Der einfachste Weg, die Konfiguration vorzunehmen, besteht darin, ein Notebook zu verwenden und es über einen Switch direkt mit dem Raspberry Pi zu verbinden. Ein weiterer Router im Netz würde während der initialen Installation eher stören. Öffnen Sie nun im Browser auf dem Notebook die URL http://192.168.1.1, dann sollten Sie die Installationsseite des Routers sehen (Abbildung 2). Hier geben Sie einige Daten ein. In das erste Textfeld kommt der Name des Knotens. Oft geben hier die Communitys ein bestimmtes Präfix vor. Das macht es einfacher, die Konten zu verwalten. Der Rest des Namens bleibt in der Regel jedoch Ihnen überlassen. Der nächste Punkt aktiviert die automatischen Firmware-Updates – das ist immer eine gute Idee. Mit der Funktion Mesh-VPN gestatten Sie dem Knoten, sich über das Internet mit anderen Freifunk-Knoten zu verbinden. Diese Funktion sollten Sie auf jeden Fall aktivieren, es sei denn, es gibt in Ihrer Gegend schon ausreichend viele Knoten, die sich mit dem Internet verbinden. Erlauben Sie die Internet-Verbindung, haben Sie die Möglichkeit, die für den Freifunk bereitgestellte Bandbreite zu begrenzen. Sie müssen bedenken, dass die Daten des Freifunk-Netzwerks im ungünstigen Fall Ihre Internet-Verbindung komplett auslasten. Bei den nun folgenden Informationen müssen Sie sich überlegen, wie viel Sie von sich selbst preisgeben möchten. Ein Knoten lässt sich im Prinzip komplett anonym betreiben. Für Nachfragen oder bei technischen Schwierigkeiten empfiehlt es sich jedoch, eine E-Mail-Adresse für Kontaktanfragen zu hinterlegen. Nach Eingabe aller Daten klicken Sie auf Speichern und Neustarten, um einen öffentlichen Schlüssel für den Zugang zum Freifunk-Netzwerk zu erstellen (Abbildung 3). *** RasPi als Freifunk-Server Es ist denkbar einfach, den Raspberry Pi als Server im Freifunk-Netzwerk zu betreiben. Sie setzen ihn einfach wie gewohnt auf und verbinden ihn über die WLAN-Schnittstelle mit dem Freifunk-Netzwerk. Er erhält automatisch eine private IPv4- und eine öffentliche IPv6-Adresse. Die IPv4-Adresse lässt sich aus dem Internet nicht erreichen, die IPv6-Adresse hingegen schon. Solange der Raspberry geografisch an seiner Position bleibt, bekommt er immer wieder dieselbe IPv6-Adresse. Installieren Sie nun einen Server-Dienst auf dem RasPi, wie zum Beispiel Apache (sudo apt install apache2), lässt sich dieser jederzeit aus dem Internet aufrufen – unter der Voraussetzung, dass der Rechner, der die Verbindung aufbaut, ebenfalls IPv6-fähig ist. Allerdings schaffen es einige große Provider immer noch nicht, ihren Kunden eine funktionierende IPv6-Verbindung bereitzustellen, obwohl IPv6 schon vor über 20 Jahren für die Übertragung von Daten im Internet standardisiert wurde. Um nun Ihren Server mit einem Webbrowser zu erreichen, müssen Sie die etwas umständliche URL-Notation für IPv6-Adressen verwenden: Die einzugebende Adresse sieht in etwa so aus: http://[2001:0ab1:4a3e:d308:1ae9:7a1e:a3b7:4711]/ Die Klammern gehören zwingend dazu. Um die IPv6-Adresse des Servers herauszufinden, greifen Sie zum Beispiel auf das Kommando ip a zurück. Die Adresse steht beim Netzwerk-Interface unter dem Punkt inet6. Weitere Details erklärt der Kasten “IPv6”.