https://forum.ffrn.de/t/raspberry-pi-linux-und-freifunk/3521/7 1. Firmware für Pi3 und Pi4 fehlt weil diese einerseits halt (wie auch Pi 1 und 2) nicht sonderlich toll für Freifunk sind und andererseits das dort verbaute WLAN schon als AP nicht wirklich gut funktioniert und andererseits Mesh per WLAN überhaupt nicht möglich ist weil der Treiber das nicht kann. Möglich ist es jedoch schon Firmware für die Dinger zu bauen. Gerade mit dem Pi4 gibt es aber meinem letzten Test nach auch noch andere ungelöste Probleme. Das Gluon ist die Firmware welche auf Router geflasht wird und stellt das mesh bereit über den sich die Router verbinden? Gluon ist das Framework mit welchem wir die Firmware auf Basis von OpenWRT bauen welche auf den Routern läuft. Die Verbindung per WLAN für das Mesh läuft per 802.11s. Die Verbindung zu jeweils einem der Gateways bauen die Knoten per fastd über das Internet auf. Über WLAN, Kabel Verbindungen und auch in Richtung der Gateways wird dann per B.A.T.M.A.N. Advanced gemesht. Als Routing Algorithmus setzten wir auf BATMAN_IV. Was wir aktuell nicht machen (aber für die Zukunft wohl kommen wird) ist das bei Mesh Verbindungen per Kabel batman-adv nochmal in VXLAN eingepackt wird. Grundsätzlich kann man seine Knoten auch selbst konfigurieren. Und es ist auch einfach einen Linux Rechner ins Mesh zu hängen: modprobe batman-adv ip link add bat0 type batadv ip link set up dev bat0 ip link set master bat0 dev enp38s0f1.71 Mittels batctl n kann man dann sehen ob man direkte Mesh Nachbarn sieht. enp38s0f1.71 ist dabei bei mir das VLAN auf welchem die FFRN Router meshen. Das kann aber auch einfach eine Netzwerkschnitstelle sein welche mit einem meshenden Router verbunden sind. Es ist aber halt schon so das unsere Firmware schon noch ein paar nette Features hat und durchaus eine handvoll Firewallregeln welche groben Mist verhindern. Für den Dauerbetrieb würde ich schon eher zur fertigen Firmware raten. Aber experimentieren kann man da auf jeden Fall mal. 2. Ausgehend von unterstützten Pi-Modellen mußt Du nur die Adaptierungen der entsprechend verwendeten OpenWrt-Version für z. B. den Pi Zero als Patches hinzufügen und zusammen mit dem FFRN-Site-Repo (GitHub - Freifunk-Rhein-Neckar/site-ffrn: Gluon site configuration of the FFRN 1) Deine Firmware bauen. (Nein, daß ist alles andere als trivial — daher ist es deutlich zielführender, eine schon unterstützte Hardware zu nehmen, damit einen Freifunk-Knoten mit hinterlegtem SSH-Key zu installieren und auf dieser Basis sich mal anzusehen – von der Linux-(busybox-)Shell –, wie so ein Freiunk-Knoten so aufgebaut ist.) 3. Generell gilt: eine Freifunk-/Gluon-/FFRN-Firmware läuft einzig auf der benannten Hardware. Aufspielen einer „ähnlichen“ Firmware führt in der Regel zu einem Brick, einem Backstein — oder auf deutsch: einem teuren Türstopper, da das System unrettbar dysfunkional ist. Das Risiko beim Pi ist wohl eher gering. Wenn es nicht funktioniert kann man ja einfach die micro SD rausnehmen und neu formatieren. Allgemein würde ich davon aber ebenfalls dringend abraten und einfach falsche Firmware installieren wird eigentlich immer zu Problemen führen. Der Pi Zero ist aber halt auch einfach denkbar ungünstig. Kein eingebautes Netzwerk bzw. nur ein unbrauchbares per USB angebundenes Radio und die Performance dürfte auch nicht gut sein. Wichtig ist das alle Netzwerkadapter von Anfang an verbunden sind. Ansonsten werden die nicht konfiguriert. Man kann auch andere wlan Karten mit anderen Treiber per USB anschließen… Per USB verbundene WLAN Karten (z.B. auch die auf dem PI) sind leider meistens nicht wirklich gut. Es gibt ein ganz paar welche nicht ganz furchtbar sind, aber die Unterstützung von 802.11s ist eher eine ziemliche Ausnahme. 4. rgr Sieh gluon als ein openwrt-mod. Ein Mix aus Konfiguration und Paketauswahl, sowie ein Satz von Tools und Scripten. 5. Wenn ich also ein openwrt auf dem pi installiere und die Freifunk-Rhein-Neckar config einstelle dann habe ich ein gluon für den raspberry pi gebaut? Nein. Gluon-Versionen bauen auf konkreten OpenWrt-Snapshots auf. Bei der Imageerstellung werden Gluon-Patches eingefügt, Gluon-eigene Pakete sowie das gepatchte OpenWrt für die jeweilige Archtektur gebaut und dies jeweils zu Firmwareimages zusammengefügt. Du müßtest also die 10-20 Gluon-Pakete für den RPi bauen – oder aus einem binärkompatiblen Image „klauen“ –, diese korrekt in Dein installiertes OpenWrt hinzufügen, dann hättest Du optimalerweise sowas ähliches wie ein Gluon für Deinen RPi. Welches aber Du selbst pflegen mußt, händisch Änderungen in der Netzinfrastruktur selbst in Deiner Konfiguration nachziehen müsstest — und das für ein generell netztechnisch eher untaugliches Gerät. Welche Hardware (Router) die Freifunk Firmware unterstützt hat einen USB Port über welchen ich einen LTE Stick anschließen und betrieben kann? LTE ist in Gluon nicht unterstützt. Soll heißen: Du kannst einen von der FFRN-Firmware unterstützten Router mit USB nehmen – achte auf möglichst großes Flash, 16 MB oder mehr –, USB-/LTE-OpenWrt-Packages nachinstallieren, LTE-Einwahl-Konfiguration zur OpenWrt-Netzkonfiguration hinzufügen — und bei jedem Firmwareupgrade von vorne beginnen (Deine LTE-Konfiguration wird ggf. gelöscht, die USB-/LTE-Pakete fehlen ggf.). Kurzum: nimm einen Standard-OpenWrt-Router mit USB-/LTE-Support (z. B. GL-MT300N-V2), nimm das als LTE-Router, hänge das WAN des Freifunk-Routers daran und gut ist. (Oder gleich einen „richtigen“ LTE-Router …)